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Mit dem Rebhuhn rückt ein stark gefährdeter Agrarvogel ins Rampenlicht – und das aus gutem Grund: Sein Lebensraum sind Äcker und landwirtschaftlich genutzte Flächen, wo in den frühen Morgen- und späten Abendstunden die raue Stimme der Hähne erklingt. Doch das Rebhuhn wird immer seltener.
Ob in heutiger Schreibweise oder als „Rep- oder Repphuhn“ in älteren Quellen: Der deutsche Name wie auch die wissenschaftliche Bezeichnung Perdix perdix gehen direkt auf den markanten Revierruf des Männchens zurück: Mit seinem rauen, schnarrenden Ruf macht das Rebhuhn in den frühen Morgen- und späten Abendstunden deutlich, wem das Feld gehört – und liefert damit gleich selbst die Erklärung für seinen Namen.
Ein bodenständiges Leben
Das Rebhuhn gehört zur Familie der Hühnervögel und wird den Fasanenartigen zugeordnet. Anders als seine schillernden Verwandten verzichtet es auf auffälligen Federschmuck. Männchen und Weibchen sehen sich erstaunlich ähnlich – nur der markante Bauchfleck verrät das erwachsene Männchen. Beim Weibchen ist dieser weniger ausgeprägt. Ihr graubraunes Gefieder ist perfekt getarnt für ein Leben am Boden, wo sie scharrend und pickend nach Nahrung suchen oder genüsslich Sand- und Staubbäder nehmen.
Die Ernährung des Rebhuhns ist überwiegend vegetarisch – mit Vorliebe für Grasspitzen, Wildkräutersamen und Getreide. Kleine Steinchen helfen bei der Verdauung der faserreichen Kost. Doch gerade die Küken brauchen mehr: In den ersten Lebenswochen stehen Insekten, Spinnen und andere Kleintiere ganz oben auf dem Speiseplan – wichtig für ein gesundes Wachstum.
Die Weibchen legen bis zu 20 Eier in gut versteckte Bodennester. Nach dem Schlüpfen – meist am selben Tag – führen beide Eltern ihre Küken gemeinsam. Auch wenn die Jungvögel nach fünf Wochen selbstständig sind, bleibt die Familie als sogenannte „Kette“ bis zum Winter zusammen.
Rebhühner sind tag- und dämmerungsaktiv, aber selten zu sehen. Meist hört man nur den rauen Revierruf des Männchens – ein schnarrendes „girrhäk“ in der Morgendämmerung. Wenn sie sich zeigen, dann oft als Familie auf Nahrungssuche oder beim Sandbad in der Sonne.
Vom Steppenbewohner zum Kulturfolger
Ursprünglich lebte das Rebhuhn in den Steppen Europas und Asiens. Erst mit der Entstehung von Kulturlandschaften im Mittelalter fand es neue Lebensräume in Äckern und Wiesen. Als Kulturfolger steht es heute symbolisch für viele Feldvogelarten, die durch die moderne Landwirtschaft zunehmend unter Druck geraten.
Die Intensivierung der Landwirtschaft hat dem Rebhuhn stark zugesetzt. Neben großen Monokulturen und dem Einsatz von Pestiziden ist es vor allem der Verlust von unproduktiven oder ungenutzten Offenlandflächen, wie mehrjährigen Brachen, Blüh- und Altgrasflächen, der maßgeblich die Populationsentwicklung beeinflusst. Seit 1980 ist der Bestand in Deutschland um 87 Prozent zurückgegangen – eine alarmierende Entwicklung.
Mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft! Vor allem aber mehr ungenutzte, große Flächen für eine erfolgreiche Brut. Schmale Blühstreifen und andere kleinräumige Saumstrukturen werden oft nicht genutzt oder sie sind eine ökologische Falle, weil Bodenprädatoren hier leichtes Spiel haben. Mehrjährige Brachen und eine extensivere Bewirtschaftung helfen dem Rebhuhn, wieder Fuß zu fassen. Auch der Verzicht auf Pestizide und eine angepasste Düngung fördern die Vielfalt von Insekten und Wildkräutern – und damit die Nahrung für Alt- und Jungvögel.?
Wildtier des Jahres: Der Rothirsch
Lurch des Jahres: Der Alpensalamander
Fledermaus des Jahres: der kleine Abendsegler
Fisch des Jahres: Der europäische Wels
Insekt des Jahres: Der Warzenbeißer
Schmetterling des Jahres: Der dunkle Wiesenknopf- Ameisenbläuling
Wildbiene des Jahres: Die Glockenblumen-Schmalbiene
Libelle des Jahres: Die gemeine Winterlibelle
Blume des Jahres: Der Feldrittersporn
Wildpflanze des Jahres: Der gewöhnliche Natternkopf
Heilpflanze des Jahres: Die gemeine Nachtkerze
Baum des Jahres: Die Zitterpappel
Moos des Jahres: Das mecklenburgische Schnabeldeckelmoos
Pilz des Jahres: Der Igelstachelbart
Mikrobe des Jahres: Der Pinselschimmel
Stunde der Wintervögel 9.–11.1.2026:
Zähl mit, wer da rumflattert!
NABU Saarland ruft zum Mitmachen auf – eine Stunde Gartenvögel beobachten
Vom 9. bis 11. Januar 2026 findet die 16. bundesweite. „Stunde der Wintervögel" statt. Der NABU Saarland ruft dazu auf, die Citizen Science-Aktion des NABU und seines bayerischen Partners LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) zu unterstützen. „Wir laden alle Naturfreundinnen und -freunde im Saarland ein, dabei zu sein – von der Mosel bis zur Blies und der Nahe bis zur Saar.
Zählen Sie eine Stunde lang die Vögel in Ihrem Garten, auf dem Balkon oder im Park und melden Sie dem NABU Ihre Ergebnisse. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer sind die Zahlen", so NABU-Landesvorsitzende Corinna Heyer. Notieren Sie dabei von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die Sie während dieser Stunde gleichzeitig sehen konnten. Das ist wichtig, damit Vögel, die zwischendurch wegfliegen und wieder kommen, nicht doppelt gezählt werden.
Wer sind typische Wintervögel im Garten? Im Mittelpunkt der Stunde der Wintervögel stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten des Siedlungsraums. Dazu zählen Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig, Kohlund Blaumeisen, Buch- und Grünfinken, Stieglitze und Haussperlinge. Weniger häufige Vögel am Futterhaus und im Garten sind Sumpf-, Weiden-, Tannen- und Haubenmeise, Bunt- und Mittelspecht, Kleiber und Kernbeißer Dazwischen zeigen sich Wintergäste, die aus kälteren Regionen in den Südwesten kommen.
Welche nordischen Wintergäste können beobachtet werden? „Mit Glück, Geduld und gutem Fernglas lassen sich Vogel-Raritäten wie Rotdrosseln und Birkenzeisige beobachten", weiß NABU-Vogelexperte Christoph Braunberger. Aus nördlichen Breiten finden sich auch Erlenzeisige in unseren Gärten ein, die an ihrem typischen abfallenden Flugruf „tiLÖ" zu erkennen sind. Wer die Sichtung von Wacholder- und Rotdrosseln erhöhen möchte, lässt Fallobst im Garten liegen.
Die „Stunde der Wintervögel" ist die größte bürgerwissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln. Mitmachen können alle, ob ganz neu im Birding oder schon fortgeschritten. „Die Winterzeit ist ideal, um in dieses schöne Hobby einzusteigen. Denn jetzt tummeln sich viele Gartenvögel am Futterhäuschen oder sitzen im unbelaubtem Strauch und sind gut zu bestimmen. Rotkehlchen und Zaunkönig singen sogar im Winter, um ihr Winterrevier zu verteidigen", erläutert Braunberger. Er ergänzt: „So sind einem diese Vogelstimmen schon vertraut und man kann im Frühjahr darauf aufbauen, wenn die Zugvögel aus dem Winterquartier kommen und die gefiederten Sangeskünstler alle auf einmal singen."
Die Zählung liefert wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelwelt. Damit die Vögel treffsicher erkannt werden, stellt der NABU zahlreiche Informationen im Internet bereit. Wer lieber gemeinsam beobachtet und zählt, trifft sich im Freundeskreis.
Meldeschluss für die „Stunde der Wintervögel" 2026 ist der 19. Januar. Infos zur Aktion gibt es unter www.stundederwintervoegel.de.
Schulstunde der Wintervögel für junge Vogelfans
Die „Schulstunde der Wintervögel" findet im Anschluss vom 12. bis 16. Januar 2026 statt. Der Zeitraum ist länger, damit Schulen die Aktion leicht in den Unterricht einbetten können.
Zentraler Ansprechpartner für Artenschutz im Saarland:
Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, Tel. 0681 85000
Wildvogelauffangstation:
Püttlingen, Tel. 0173 9422001
Igelhilfe Hochwald Saar:
Nicole Nobbe, Tel. 0176 93109768
Wildtierauffangstation Eppelborn für Säugetiere:
0681 9712839 oder 016098949866
Fledermäuse:
Michaela Jung, Spiesen-Elversberg, 0173 9198302
Dr. Christine Harbusch, Tel. 0033 387220510
Pflegestation für verletzte Eichhörnchen:
Monika Pfister, Heusweiler, Notruf 0176 22326996